Bücher von Hans-Josef Kasper

Bücher von Hans-Josef Kasper

Wer sich für klassischen Gesang interessiert, sollte sich auch mal mit Hans-Josef Kasper beschäftigen.

Ein Mann, der wirklich weiß, wovon er spricht und der auch in der Lage ist, es selbst vorzumachen, anstatt nur darüber zu reden. Besonders überzeugt hat mich seine Erklärung des berühmten „inhalare la voce“ durch den Bernoulli-Effekt.

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Bei Amazon gibt es 3 Bücher von Hans-Josef Kasper: Sängerschulung Körper-, Atem- und Stimmübungen
und Singen und Flugzeuge: Stimmhygiene und Stimmregeneration mit dem Bernoulli-Effekt,
Stimmphysiologie und Stimmpsychologie für Sänger

By | 2017-05-26T09:14:07+00:00 August 12th, 2014|Bücher, Bücher über Gesang, Empfehlungen|2 Comments

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  • Sa Na

    Die Methodik von Herrn Kasper entspricht nicht dem „Inhalare La Voce“. Seine Methodik basiert auf der Vorstellung, ein stärkerer subglottaler Druck durch aktive Ausatmung führe zu einer Verstärkung der Sogkräfte (Bernoulli Effekt) zwischen den Stimmlippen: In einem Rohr, in welchem sich der Querschnitt verkleinert, nimmt in der Querschnittsänderung die
    Fließgeschwindigkeit zu, bei abnehmendem Druck. Übertragen auf die Phonation wäre die Querschnittsveränderung die Stimmlippenebene. Bei der Intonation verschließen sich diese erst durch Annäherung und müssen durch einen subglottischen Druck aus ihrem Verschluss gelöst werden. Nach der „Sprengung“ des Verschlusses strömt Luft durch die Stimmlippen und es herrschen die erstmalig Vorraussetzungen für die Sogwirkung des Bernoulli Effekts. Da nun im Vokaltrakt („Rohr“) ein kleinerer Querschnitt auf Stimmlippenebene vorliegt, nimmt zwischen den Stimmlippen der Druck ab und es wirkt eine Sogkraft, welche beide elastischen Anteile wieder zusammen zieht. Durch diesen Bernoulli Effekt und myoelastische, sowie Rückstell-Kräfte kommt es also zum Verschluss, welcher allmählich wieder gelöst wird durch erneute Stauung und Sprengung. Erhöht sich der Druck, der von unten wirkt, müsste es in einem Rohr – mit gleichbleibenden Querschnittsverhältnissen, d.h. auch gleichbleibendem Querschnitt der Engstelle – zu einer Druckminderung kommen und folglich zu einem stärkeren Sog Wirkung (durch den Bernoulli Effekt) – wie ihn Herr Kasper postuliert.

    1: Dies ist bei der Phonation durch die Stimmlippenschwingung aber NICHT gegeben. Die Stimmlippenebene gewährleistet nicht konstant den selben engen Querschnitt, sondern unterbricht den Fluss durch den Verschluss an dieser Stelle kurzweilig. Und zwar schließt die Glottis massig von unten nach oben. Es ändern sich also die Querschnittsverhältnisse bei der Phonation bedingt durch den erneuten Glottisschluss. Die Glottis muss erst wieder „gesprengt“ werden, um in Anschluss durch die Sog-Wirkung (Bernoulli Effekt) verschlossen zu werden.

    2: Der Sog Effekt (Bernoulli Effekt) würde dann zu einem stärkeren Sog bzw. schwächeren Druck (Unterdruck) zwischen den Stimmlippen bei steigendem subglottischen Druck führen, wenn bei GLEICHEM Engstellenquerschnitt der subglottische Druck steigt. Bezogen auf die Methodik der verstärkten Ausatmung: Ein stärkerer Anblasedruck drückt die Stimmlippen auch stärker auseinander. Dadurch entfernen sie sich kurzweilig auch stärker voneinander. Dadurch vergrößert sich kurzweilig der Querschnitt und verringert sich die Sogwirkung des sekundär entstehenden Unterdrucks. (Der Bernoulli Effekt/Sog wirkt ja trotzdem noch, da dennoch eine Verengung im Querschnitt vorliegt.) Fazit: Die Sogwirkung des Bernoulli Effekts würde sich NUR dann vergrößern, wenn bei verstärkter Ausatmung ein gleichbleibender Querschnitt der Engstelle gewährleistet wird. Dem ist aber nicht so – denn die Auslenkung/Amplitude der Stimmlippen muss bei einem stärkeren subglottischen Druck zunehmen.

    3: Betreiben die Kehlmuskeln nun einen Mehraufwand für einen Verschluss, kann damit auch relativ das Beibehalten eines engeren Querschnitts an der Engstelle erfolgen. In dem Fall läge dann, wie geschrieben, ein Mehraufwand an Muskelkraft vor. Es stimmt, dass die laterale Kehlkopfmuskulatur auf verstärkte Ausatmung durch stärkeren Schluss reagiert – reagieren muss, um dem Auseinandertreiben entgegen zu treten. Zudem entspannt sich der M. Cricothyroideus im Vocalis-CT-Antagonismus, um bei steigendem Anblasedruck keine Frequenzerhöhung zu bewirken (wie es bei Laien beim Immitieren eines Schwelltones passiert). Ein starker subglottaler Anblasedruck involviert desweiteren die Taschenfalten (Überdruckventil). Ein pulmonaler Unterdruck, wie er bei bestimmten Tätigkeiten entsteht, begünstigt aufgrund der nach oben abgeschrägten Positionierung der Stimmlippen deren Schließung. Dies entspricht einatemorientierter Funktion. Die Stimmlippen arbeiten bei Sog-Tendenz (inhalare la voce) daher effizienter und in Unabhängigkeit der umliegenden Strukturen. Umliegende Strukturen werden als Hilfsspannungen bei glottaler Insuffizienz eingeschalten. Die Halterung des Kehlkopfes muss bspw. muskulär verstärkt werden, damit dieser bei hohem Anblasedruck nicht nach oben treibt.

    Wer einen auf Physiologie ausgerichteten Ansatz in der Stimmbildung sucht, sollte sich mit den Inhalten der funktionalen Schulen auseinandersetzen.

  • Christian

    @Sa Na
    Besten Dank für Ihre einleuchtende Erklärungen. Darf ich fragen woher Sie Ihre Informationen haben, bzw. können Sie mich auf gute Quellen in dieser Richtung verweisen ?

    MfG