Chorgesang – Die Gefahren

Chorgesang – Die Gefahren

Was bedeutet „Chorgesang“?

Chorgesang bedeutet  zunächst einmal, dass ganz viele Leute auf einmal singen. Was das bedeutet, liegt auf der Hand: Zig oder sogar hunderte gegen einen. Der Einzelne hört sich praktisch nicht mehr und identifiziert sich mit dem Gesamtklang.

Wer hier nicht sehr viel Erfahrung hat (und die haben die meisten Laien-Sänger schon mal nicht), befindet sich auf absolut verlorenem Posten. Wenn ein Sänger sich selbst nicht mehr (richtig) hört, singt er ganz schnell irgendwas, nur nicht das Richtige.

Und das gilt natürlich vor allem für Laien-Chöre.

Xangsverein mit X?

Wenn man sich einmal pro Woche zum gemeinsamen Singen trifft und einfach nur Spaß daran hat, ist dieser Spaß schon Legitimation genug!

Hier irgendeine Form von professionellem Massstab anzulegen, ist eigentlich unangebracht. Bei einer Probe pro Woche kann der Stimme auch nicht viel passieren, denn sie hat ja 6 Tage Zeit, sich wieder zu erholen. Selbst vom gemeinsamen „Absingen“! 😉

Nein im Ernst: Ein ehemaliger Bekannter, der in einem Gesangsverein sang, hat mir mal vorgemacht, wie man sich dort in der Gruppe „einsingt“! Wenn man das, was dort als „Einsingen“ bezeichnet und praktiziert wurde, mit Sport vergleicht, dann ist das etwa so, wie eine 100kg-Hantel mit krummen Rücken durch die Gegend zu wuchten, um sich aufzuwärmen!

Im Opernchor

… in einem Profichor also, wird sich zum Glück nicht gemeinsam eingesungen. Jeder ist selbst für die Gesundheit seiner Stimme verantwortlich und das kann man von Profis auch erwarten.

Bei 2 Proben täglich (Vormittags und Abends) aber, rächt sich jeder Fehler unerbittlich! Die Stimme hat keine 6 Tage, sondern maximal 6 – 7 Stunden, um sich wieder zu erholen. Am besten ist es also, wenn man gar nicht erst etwas mit ihr anstellt, wovon sie sich erholen muss.

Das ist aber nicht selten leichter gesagt als getan. Ich selbst singe seit 20 Jahren in Opernchören und habe in den ersten Jahren mehrmals fast meine Stimme verloren. In jedem Opernchor findet man naturgemäß die folgenden

Chorsänger-Typen:

1.) Den ehemaligen Solisten

Ihm wurde das Solisten-Dasein auf Dauer zu riskant und zu anstrengend. Deshalb flieht er in die Anonymität und Sicherheit des Chores. Anmerkung: Sofern nicht das ganze Theater geschlossen wird, ist eine Anstellung als Chorsänger so ziemlich die sicherste, die man haben kann!

2.) Den angehenden Solisten

Er ist eigentlich nur vorübergehend im Chor, denn eigentlich will er Solist werden. Meistens bleibt er dann aber trotzdem im Chor.

3.) Den Gesangs-Beamten

Er ist pflichtversessen und immer bestens studiert. Befolgt akribisch jede Regie-Anweisung und schleppt sich auch krank noch zum Dienst, weil er sich für unentbehrlich hält. Einziger Nachteil: Er kann nicht singen!

4.) Den Ex-Sänger

Er konnte mal singen – irgendwann vor 20 oder 30 Jahren – vielleicht auch nicht, man weiß es nicht genau. Jedenfalls kann er es schon lange nicht mehr und jeder weiß es – außer ihm selbst. Aber er ahnt etwas. Er schleppt sich so durch, versteckt sich in der Masse, und hofft, dass er die paar Jahre bis zur Rente auch noch rum kriegt.

5.) Den Schwerarbeiter

Für ihn ist Gesang schwere Arbeit und je schwerer er es hat, desto besser fühlt er sich. Leiser als Fortissimo singt er nicht, das wäre ja zu einfach, er will schließlich etwas tun für sein Geld. Seine Stimme hat er längst verloren und so brüllt er auf den scheppernden Resten rum, was das Zeug hält. Wenn ein Kollege markiert, schaut er ihn böse an und brüllt selbst umso lauter, um zu zeigen, wie es „richtig“ geht!

6.) Den stillen Könner

Er hat alle Irrungen und Wirrungen überstanden und schließlich gelernt, was Singen ist. Er singt auf höchstem Niveau, aber niemanden interessiert es – er singt ja im Chor.

Fazit

Chorgesang ist problematisch und gefährlich! Wenn Du Spaß daran hast, tu´s. Wenn Du singen lernen willst, lass es!

Was meinst Du dazu? Schreib einen Kommentar! 🙂

About the Author:

  • Nele Kuntke

    Der Beitrag gefällt mir mal nicht, denn ich finde, er liest sich unheimlich herablassend und überheblich.
    Ich weiß nicht, in welchen Chören Sie gesungen haben, in denen Sie diese Erfahrungen machen müssten. Ich habe in meinem Leben in drei Chören gesungen, und nicht in einem waren die Sänger in diese Schubladen zu stecken, wie Sie es getan haben.
    Sie haben schon bessere Sachen geschrieben. Aber vielleicht hatten Sie nur einen schlechten Tag…
    Herzliche Grüße
    Nele Kuntke

    • Hallo Nele, danke für Ihren Beitrag!

      So schlimm, wie Sie das aufgefasst haben, war es gar nicht gedacht.

      Ich habe ja auch nicht geschrieben, dass alle Chorsänger einem dieser Typen zuzuordnen sind und auch keine Angaben darüber gemacht, wie die prozentuale Verteilung meiner Meinung nach ist.

      Und natürlich ist meine Wahrnehmung subjektiv und eine andere Person an meiner Stelle hätte eine andere Wahrnehmung.

      Jeder kann nur nach bestem Wissen und Gewissen im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten handeln und ich beschreibe die Dinge hier so, wie ich sie sehe. Dabei immer junge Sänger im Blick, denen ich dabei helfen will, gewisse Klippen zu umschiffen oder direkt andere Gewässer anzusteuern.

      Solange ich niemanden persönlich angreife – und das tue ich nicht – halte ich dabei auch einen gewissen Sarkasmus für angebracht, nicht zuletzt aufgrund seines Unterhaltungswerts! 😉

      Viele Grüße,

      Matthias